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Knaus Tabbert

Die Knaus Tabbert GmbH ist ein Hersteller von Freizeitfahrzeugen in Europa mit dem Hauptsitz im niederbayerischen Jandelsbrunn. Zu den weiteren Standorten gehören Mottgers, Hessen und Nagyoroszi in Ungarn sowie Schlüsselfeld. Seit Ende 2017 gehört ebenfalls die MORELO Reisemobilbau GmbH als Hersteller von First Class Reisemobilen zur Knaus Tabbert Gruppe. Die Firma mit seinen Marken KNAUS, TABBERT, WEINSBERG, T@B, RENT AND TRAVEL und MORELO erzielte im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von über 720 Millionen Euro und produzierte mit über 2700 Beschäftigten 23 643 Caravans & Reisemobile.

Geschichte der Marke Tabbert

Die Karosseriebau Alfred Tabbert wurde 1934 durch den Karosseriebaumeister Alfred Tabbert (1908-1973) in Schweinfurt gegründet. Der Betrieb wurde 1943 im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört & fertigte dennoch nach dem Krieg im Jahr 1946 wieder mit rund 80 Beschäftigten Plateauwagen für die Landwirtschaft. Im Jahr 1948 wurde das Werk durch einen Großbrand zerstört. Als Fränkische Fahrzeug- & Möbelwerke wurde daraufhin eine neue Halle errichtet, in der Einachsanhänger & Möbel gefertigt wurden.

1953 wurde der 1, Wohnwagen der Marke Tabbert gefertigt und ab 1955 wurde der Ideal-Caravan in Serie hergestellt. Fünf Jahre später geht das erste Vorzelt in Produktion. 1959 wird die TABBERT Wohnwagen GmbH im hessischen Mottgers gegründet. 1971 wäre Tabbert mit inzwischen 14 Modellen wie „Kurfüst“, „Exzellenz“, „Comtesse“ und „Gouverneur“ der deutsche Marktführer.

Im Jahr 1984 wurde das Unternehmen als Tabbert Caravan GmbH mit Stammsitz in Sinntal firmiert, welche 1987 zusammen mit der FFB & der CI Wilk Bad Kreuznach GmbH unter der neuen TIAG – TABBERT Industrie AG als Holdinggesellschaft der Unternehmensgruppe zusammengeschlossen wurde. 1990 folgte die Börsennotierung des Unternehmens sowie 1997 wurde es von der KNAUS AG übernommen.

Wilk

Im Jahr 1952, zwei Jahre nach seiner Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft, gründete Helmut Wilk die CI Wilk in Bad Kreuznach. Mit seiner Erfindung – einem aus Polsterkeilen bestehenden Autobett – trat er erstmals in der Caravaning-Branche auf. 1959 baute er seine ersten Wohnwagen.

Die Firma Caravans International Wilk Bad Kreuznach meldete 1986 Konkurs an. Nach dem tödlichen Unfall des Firmengründers Helmut Wilk im Jahr 1979 konnten die Geschäftsführer den Erfolg des angeschlagenen Unternehmens nicht mehr fortführen. Die Tabbert Caravan GmbH wurde daraufhin alleiniger Gesellschafter & führte mit der Übernahme von Belegschaft, Gebäuden sowie Grundstücken das bisherige Geschäft weiter. Zwischenzeitlich ist die Produktion eingestellt.

Knaus

Der Architekt Helmut Knaus, der Ingenieur- & Baumeisterwesen studiert hatte, gründete im Jahr 1960 das Wohnwagenunternehmen Knaus KG in Marktbreit. Mit einem Wohnwagen mit dem Namen Schwalbennest begann 1961 die Geschichte der Marke Knaus, die von Anfang an als Markenzeichen das fliegende Schwalbenpaar führte, das vom Firmengründer selbst entworfen wurde.

In den Fertigungsstätten in Marktbreit sowie später Ochsenfurt bei Würzburg wurde eines der – heute meistverkauften Knaus-Modelle, der Südwind, hergestellt.

Das heutige Knaus-Stammwerk in Jandelsbrunn bei Passau entstand 1970. In den 1970er Jahren wurde der Vertrieb europaweit ausgebaut – Vertriebstochterfirmen, selbstständige Händler und Vertragsimporteure arbeiteten mit Knaus zusammen. Es entstand ein flächendeckendes Handels-, Vertriebs- und Servicenetz mit fast 600 Partnerfirmen.

Die Knaus GmbH Jandelsbrunn ging 1981 aus der Knaus KG hervor. Alle Produktions- und Vertriebsaktivitäten wurden auf den Standort Jandelsbrunn konzentriert. Während der 1980er Jahre erreichte Knaus mit der Fortentwicklung seiner Produkte Südwind und Azur sowie der Einführung von Produktneuheiten einen führenden Platz unter den europäischen Herstellern von Freizeitfahrzeugen.

Mit der Gründung der Knaus AG im Jahr 1996 entstand eine enge Kooperation mit der Tiag Tabbert-Industrie AG.

Eifelland

Im Jahr 1962 wurde das Wohnwagenwerk Eifelland von Günther Hennerici gegründet.

In Ungarn wurde des Weiteren das heutige Produktionswerk Knaus Tabbert Ungarn Kft. zur Fabrikation von Wohnwagen errichtet, das erst einmal die Erzeugnisse der Marke Eifelland für den niederländischen Markt produzieren sollte.

Weinsberg

Im Jahr 1912 gründeten Gustav Alt & Wilhelm Schuhmacher die Karosseriewerke Weinsberg, welche 1938 an das Unternehmen Fiat verkauft wurden. Das 1, Wohnmobil wurde 1969 auf Basis eines Fiat 238 gefertigt. Nachdem Fiat 1970 beschloss die Fahrzeugproduktion der Bundesrepublik einzustellen, gingen die Karosseriewerke Weinsberg an eine deutsche Treuhandgesellschaft, die die Wohnmobilproduktion unter der Marke Weinsberg fortführten.

Der Geschäftszweig Fahrzeugbau von den Karosseriewerken Weinsberg GmbH wurde 1992 durch die Tiag Tabbert-Industrie AG unter Fortführung des Firmennamens Weinsberg Mobile GmbH übernommen. Die Produktion wurde nach Sinntal/Mottgers verlegt.

Morelo

Die MORELO Reisemobil GmbH wurde am 1. Februar 2010 von Jochen Reimann in Schlüsselfeld gegründet. Morelo ist ein Kunstwort aus Mobile sowie Reimann. Der Schwerpunkt sollte im Luxusbereich liegen, wo bereits im ersten Jahr 12 % Marktanteile erschlossen wurden.[ Im Februar 2011 gingen die ersten Modelle in Serie. Im Juli 2011 stieg die HTP Investments bei Morelo ein. 2015 – 2016 würde das Werk in Schlüsselfeld erweitert. 2017 wurde Morelo in die Holding Knaus Tabbert integriert.

Knaus Tabbert

Wesentliche Unternehmensteile der Tiag Tabbert-Industrie AG fusionierten 2001 mit Knaus AG. Dabei wurden die Produktionsgesellschaften & Großteile der Vertriebsgesellschaften der Tiag Tabbert-Industrie AG auf die Knaus GmbH Jandelsbrunn verschmolzen. Überdies wurde eine grundlegende Restrukturierung eingeleitet.

2002 firmierte die Firma von Knaus GmbH Jandelsbrunn in Knaus Tabbert Group GmbH um und im Jahr 2004 wurde die Ca-Mo Fahrzeug GmbH mit der Knaus Tabbert Group GmbH verschmolzen.

Im Jahr 2006 begann die Kooperation der Knaus Tabbert Group mit dem ADAC, indem die Reisemobile der Marken Knaus und Weinsberg unter der Flagge des ADACs vermietet wurden, so dass sich aus dem Projekt Deutschlands größtes Vermietnetz für Reisemobile entwickelte.

Das Unternehmen gab am 9. Oktober 2008 seine Insolvenz allgemein bekannt.

Knaus Tabbert wurde ab 1. Januar 2009 von der niederländischen Investmentgesellschaft HTP Investments BV aus der Provinz Zeeland übernommen. Diese wollte Knaus Tabbert zum führenden Wohnwagenhersteller in Europa machen und alle drei Werke weiter betreiben. Die Rechte an der Marke „Eifelland“ wurden nicht übernommen.

Im April 2011 gab der Investor HTP die Beteiligung an der Morelo Reisemobile GmbH allgemein bekannt. Zusammen mit der Knaus Tabbert GmbH agiert Morelo im Gebiet der Reisemobile. Die Eigenständigkeit beider Unternehmen blieb dabei erhalten. Die Unternehmen und die Marken werden weiterhin selbstständig geführt.

Im Sommer 2014 wurde die Produktion von Wilk eingestellt & die Marke wird für Neuerscheinungen nicht weiter verwendet.

Das Unternehmen mit seinen sechs Marken erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von über 590 Millionen Euro und produzierte mit etwa 1.896 Beschäftigten 20.823 Caravans und Reisemobile.

Auszeichnungen

Der Deutsche Caravaning Handels‐Verband (DCHV) verlieh der Knaus Tabbert GmbH 2017 den LUPO und würdigte damit deren Betriebskultur, die geprägt wäre von kommunikativem Miteinander, Respekt sowie Hilfsbereitschaft. & diese Philosophie gilt nicht nur intern – auch die Handelspartner wären Teil davon.

Auch der Große Preis des Mittelstandes ging 2017 an die Knaus Tabbert GmbH. Mit hervorragenden Leistungen in den Kategorien „Gesamtentwicklung des Unternehmens“, „Schaffung/ Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen“, „Modernisierung und Innovation“, „Engagement in der Region“ sowie Service, „Kundennähe und Marketing“ könnte sich Knaus Tabbert gegen mehr als 5000 deutschlandweit nominierte Unternehmen durchsetzen.